Geschichte

Wenn die DLRG Gelsenkirchen-Mitte Anfang 1949 als erste Ortsgruppe in der Stadt gegründet worden ist, bedeutet das nicht, dass in Gelsenkirchen nicht schon vorher für die DLRG gearbeitet wurde.

Bereits im Jahr 1925 sandte der Landesverband vier Kameraden vom Schwimmverband Bochum nach Gelsenkirchen, um bei Lehrscheininhaber Ziegan den Grund- und Leistungsschein zu erwerben. Unter ihnen war Gustav Hasselmann, der später lange Jahre Technischer Leiter im Landesverband und im Bezirk Emscher-Lippe war. Lorenz Siebert nahm ebenfalls im Hallenbad Gelsenkirchen seit Mai 1925 Grund- und Leistungsscheine ab, bis die NS-Organisation Kraft durch Freude (KdF) im Jahre 1934 eigene Stunden in der damaligen Herrenschwimmhalle in der Husemannstraße hatte und Donnerstagabend ausbildete. 1938 bekam die DLRG in der Frauenschwimmhalle einen eigenen Übungsabend unter der Leitung der Hasselmann und Siebert.

Im Oktober 1944 wurde die Frauenschwimmhalle durch einen Bombenangriff zerstört. Der Betrieb ruhte bis 1948. Bereits 1947 trafen sich die Lehrscheininhaber Berta Borgmann, Hilde Vos, Heinrich Killet, Wilhelm Schmidt und Werner Heer, um zu beraten, wie die DLRG-Arbeit in Gelsenkirchen wieder aufgenommen werden könnte.

1948 erlaubte der DGB, an einem Schwimmabend der voll ausgebuchten Herrenschwimmhalle für die DLRG zu arbeiten. Aber es herrschte ein solcher Betrieb, dass eine wirkungsvolle DLRG-Arbeit nicht zustande kam. Am 26 Juni 1948 führte der Landesverband Westfalen in Gelsenkirchen seine erste Tagung mit der Wahl des ersten Vorstandes nach dem Kriege durch. Vorher bestand eine Arbeitsgemeinschaft der DLRG in der britischen und amerikanischen Besatzungszone.

Etwa Mitte 1949 wurde die bisher wegen Kohlemangels geschlossene Frauenschwimmhalle wieder geöffnet, und die DLRG bekam ihre eigenen Übungsstunden. Es wurde ein mühsamer Anfang. Werner Heer erinnerte sich: "Vom Bezirk Emscher-Lippe erhielten wir ein Startgeld von 50,-DM. Die wenigen Eintrittsgelder gingen voll für die Hallenmiete drauf, oft mussten wir aus der eigenen Tasche vorschießen. Doch es kamen immer mehr Leute zum schwimmen, und langsam kamen auch Überschüsse in die Kasse." Bis zum Ende des Jahres 1949 konnten bereits 47 Grund- und 16 Leistungsscheine ausgegeben werden. Die Anfang 1949 mit nur 6 Mitgliedern in einer Wirtschaft an der Klosterstraße gegründete Ortsgruppe, die noch dem Bezirk Emscher-Lippe angehörte, hatte Ende 1949 bereits 25 Mitglieder. Durch die außergewöhnlich große Ausdehnung des Bezirks Emscher-Lippe war es für die Bezirksleitung schwer, die Untergliederungen zu besuchen und so zu betreuen, wie es die damalige Situation erforderte.

Nachdem auch der Bezirksleiter aus beruflichen Gründen sein Amt niederlegte, fehlte es immer mehr an Kontakt und Betreuung. Der Wunsch nach einer eigenen Verwaltung wurde immer stärker. Nach mehreren Gesprächen mit dem damaligen Technischen Leiter des Landesverbandes, Fritz Wix, wurde am 17. Mai 1952 in Wanne-Eickel eine Zusammenkunft vereinbart.

Vom Landesverband waren die Löhr und Hölters, vom Bezirk Emscher-Lippe die Westmark und Taudien und von der Ortsgruppe Gelsenkirchen Heinrich Killet, Werner Heer und Hubert Kelter anwesend. Auf Vorschlag des LV-Leiters sollte der Bezirk Gelsenkirchen mit der notwendigen eigenen Verwaltung eine vorläufige Regelung sein. Nach der Bewährung sollte im Herbst eine Mitgliederversammlung endgültig entscheiden. Die Jahreshauptversammlung des Bezirks Emscher-Lippe gab uns frei, und man schied in gutem Einvernehmen. Am 7. Dezember 1952 war dann in der Gaststätte Greß in der Rotthauserstraße die Gründungsversammlung des DLRG-Bezirks Gelsenkirchen, an der als Vertreter des Landesverbandes der damalige LV-Arzt Dr. Feßler teilnahm.

Der erste Bezirksvorstand: Bezirksleiter Heinrich Killet, Geschäftsführer und Kassenwart Werner Heer, Technischer Leiter Heinrich Madeia, Stellvertreter Karl Maurer, Presse- und Werbewart Hubert Kelter, Bezirksarzt Dr. Friedrich Mann, Frauenwartin Hilde Johoff. Zum Bezirk gehörten die Ortsgruppen Gelsenkirchen-Mitte, die Ortsgruppe Wattenscheid, die sich vorher vom Bezirk Bochum gelöst hatte, die Stützpunkte Buer, Buer-Beckhausen (Schwimmbad Hugo) und Wilhelmine Viktoria mit einem eigenen Schwimmbad.

20.11.02 Boris Spernol

Die Chronik von 1949 bis 2002 kann als PDF-Datei heruntergeladen werden.