Schiffe mussten Platz machen

Bei strahlendem Sonnenschein warteten am Samstag zahlreiche Schwimmbegeisterte nur auf eins - endlich in das kühle Nass des Rhein-Herne-Kanals eintauchen zu können. Anlass war das alljährliche Kanalschwimmen des DLRG-Bezirks Gelsenkirchen.

Zum ersten Mal fand das Kanalschwimmen vor 23 Jahren statt, erinnert sich Gelsenkirchens DLRG-Pressesprecher Detlef Gillmeister noch recht gut an die ersten Versuche, einen attraktiven Schwimmwettkampf in einem Freigewässser auszurichten: "Wir wollten natürlich den lokalen Bezug zu Gelsenkirchen aufrecht erhalten. Doch leider gibt es in der Umgebung keine geeigneten Seen oder Flüsse, so dass wir auf den Rhein-Herne-Kanal ausweichen mussten."

Und das war früher nicht ganz so einfach. "Ich kann mich gut erinnern, dass man nach dem Schwimmen vom Kopf abwärts grün war, weil das Wasser doch ziemlich schmutzig war", schmunzelt Gillmeister bei dem Gedanken an die damals schlechte Wasserqualität. "Heutzutage ist das zum Glück aber kein Problem mehr."

Mittlerweile ist aus dem einst kleinen und überschaubaren Wettkampf schon fast ein Großereignis geworden. Gut 200 Schwimmer aus zwölf DLRG-Gliederungen tummelten sich am Samstag auf dem Gelände des Kanu Clubs, welcher der DLRG schon seit mehreren Jahren die Örtlichkeiten zur Verfügung stellt. Neben dem Schwimmwettkampf wurde ein ausgiebiges Rahmenprogramm mit Kinderbetreuung, Musik und Disco angeboten.

Organisiert wurde das Kanalschwimmen ausschließlich von der DLRG-Jugend. Kai Kmieciak vom Bezirks-Jugendvorstand war einer der Verantwortlichen: "Bereits Anfang des Jahres haben die Planungen begonnen. Ein Problem war, dass der Schifffahrts- und Schleusenbetrieb während des Wettkampfes ganz normal fortgesetzt wurde. Die Schiffe müssen also so eingewiesen werden, dass die Schwimmer nicht behindert oder gefährdet werden."

Das Kanalschwimmen hat für viele Teilnehmer einen ganz besonderen Reiz. "Es ist mal was anderes. Wir sind es gewohnt in Hallenbädern zu schwimmen. Es ist aber auch sehr wichtig für den Ernstfall vorbereitet zu sein," weiß Rettungsschwimmerin Stefanie Becker. "Das Wasser ist trüber, und bei dem Wellengang und den Wasserströmungen ist es doch ziemlich anstrengend. Hinzu kommt, dass das Wasser eiskalt ist."

Diese Tatsachen haben aber nur die wenigsten abgeschreckt, an den Start zu gehen. Sogar die Kleinsten ließen es sich nicht nehmen, ihren Vorbildern nachzueifern und mit zu schwimmen. Jüngster Mitstreiter war Benjamin Mozian auf der 200-m-Strecke: "Ich hab´ gerade mein Schwimmabzeichen in silber gemacht, und da musste ich doppelt so weit schwimmen." Kein Problem also für den Sechsjährigen. Chancen auf den Sieg hatte sich der Nachwuchsschwimmer aber nicht ausgerechnet: "Die Anderen sind alle viel größer und schwimmen schon viel länger als ich".

Siegreich war am Ende das Gelsenkirchener Team, das die Mannschaftswertung für sich entschied. Bei der Jugend siegten Rebecca Roling und Stefan Berning, der auch bei den Herren erfolgreich war. Beste bei den Damen war Claudia Münstermann.

 

Quelle: 13.07.2003 Alexander Ulrich, WAZ, Foto: Cornelia Fischer